Pleiten, Pech und Pannen

Nr. 1, Frontscheibe 18.04.22

Wie sollte es anders sein, unsere Keksdose ist gepackt und bereit zur Übergabe im Hafen, nur noch 200km sollten sein. Doch da, ein lauter Knall und…. nichts, also los auf die Autobahn nach Hamburg.

Eine Stunde später bei einem ersten Blick in den Rückspiegel, also doch, 6 tiefe Risse in der der Frontscheibe, direkt an der Dichtung hinter dem Frontspiegel.

Sofort versuchten wir eine Scheibe und eine Werkstatt aufzutreiben, 2 Tage vor Ostern war dies jedoch ein unmögliches Unterfangen. Wir konnten den Schaden jedoch noch unserer Versicherung melden und eine Werkstatt in Halifax für die Reparatur akquirieren. Diese zeigte sich nach Zusage und anfänglicher Euphorie bei unserer Ankunft leider zerknirscht, die verfügbare und uns zugesagte Scheibe wurde anderweitig verkauft. Somit fuhren wir erst einmal mir der defekten Scheibe den Osten Kanadas ab. Mittlerweile ist die Scheibe bestellt, bezahlt (Versicherung) und geliefert und in Toronto Montiert..

Update 20.08.22: Auf unserer letzten Piste gerieten wir unter Stein Dauerfeuer und erhielten 3 neue Steinschläge ….


Nr. 2, Platten 19.05.22

Auf dem Weg nach PEI hatte ich in der nähe von Chapel Island den Luftdruck unserer Reifen geprüft und angepasst. Ich habe dabei leider nicht bemerkt das eines der Ventile nicht wieder richtig schloss und so standen wir morgens bei wunderschönem Wetter mit einem Plattfuss vor Chapel Island. Glücklicherweise haben wir ein Ersatzrad dabei und der Radwechsel dauert aufgrund der vielen Übung mittlerweile auch nur noch 20 Minuten.

Wagen hoch, Rad runter, Rad drauf, Wagen runter und weiter gehts😔.

Das nun neue Ersatzrad an der nächsten Tankstelle wieder aufpumpen und beobachten was passiert. Es hielt seinen Druck, somit hatten wir Glück im Unglück.

Merke: Das Passiert mir nicht noch einmal, jetzt werden die Ventile nach jeder Anpassung doppelt geprüft.


Nr. 3, Verteilergetriebe, 01.06.22

Ein Defender ist ja nie richtig kaputt und auch nie richtig heile und nie richtig dicht. Wenn das markieren jedoch überhand nimmt ist es höchste Zeit die Ursache anzugehen.

Bei unserem Dicken war es die Hauptwelle der Verteilergetriebes, diese ist im Gehäuse gelagert und die Dichtungen werden ganz LR Typisch irgendwann undicht. Wir hatten dies schon vor unserer Tour repariert, jedoch hielt diese Reparatur nur gut 20.000km. Was in Deutschland kein großes Ding ist, ist in Kanada wo es nur 97 Defender und jeder älter als 15 Jahre gibt schon eine mittelprächtige Herausforderung.

Nach einigen Werkstattkontakten haben wir dann mit der Hilfe einer befreundeten kanadischen Overlander und Defender Familie eine passende Werkstatt gefunden.

Da die LR Schrauber hier in Kanada selten sind, sind wir zur Terminvereinbarung die 160km von Montreal nach Sherbrooke gefahren. Zu unserem Glück war Mike von Britannica Restorations gerade vor Ort und hatte gerade spare parts geordert. Zwar hatte er noch nicht viele Defender TD4 in seiner Werkstatt, wollte sich dem Problem aber annehmen. So vereinbarten wir einen Termin am in der nächsten Woche. Eine Woche später und 1l Getriebeöl weniger standen wir Donnerstag um 08:15 vor seiner Werkstatt zu allem bereit.

Nachdem wir festgestellt hatten das unser Dicker zu hoch und zu schwer für seine Werkstatt und Hebebühne war, ging es erst einmal mit dem Ablasten und der Demontage der Dachboxen los.

Nachdem all das erledigt war, war das VTG binnen 2 Stunden ausgebaut und nach dem Mittag schon zerlegt und gereinigt. Mike machte sich unverzüglich auf den Weg in die Werkstatt seines Freundes um das Gehäuse und zu verstärken, eine Methode wie sie auch in D gemacht wird.

Nach einer Nacht in seiner Werkstatt erfolgte am nächsten Morgen der Zusammenbau und die Montage im Fahrzeug. Da wir erst am späten Nachmittag mitten in einem Gewitter fertig wurden entschlossen wir uns noch eine Nacht in der Werkstatt zu verbringen. Nach dem Aufstehen wurde wieder gepackt, angeschraubt, aufgetankt und sortiert und das abschliessende Video gedreht bevor wir uns zufrieden wieder auf den weg machten.

Die Dokumentation der Reparatur findet ihr unter den unten angehängten videos von Mike.

Mike als Landyschrauber können wir uneingeschränkt empfehlen.

Merke: Britannica Restorations in Sherbrooke ist eine gute LR Werkstatt welche mit viel Hingabe und Präzision arbeitet.


Nr. 4, Regelmäßige Wartung, 08.07.22

In Cardston, ca. 4000km nach der Getriebe Reparatur war nun der von Mike empfohlene Ölwechsel dran, in diesem Zuge prüfte ich auch gleich die Differentiale und Homokineten.

Die Differentiale waren ausreichend geschmiert, die Homokineten jedoch konnten einen Hub Fett vertragen

Da ich das LR Fett nicht bekam, entschied ich mich in der lokalen LR FB Gruppe nach alternativen zu fragen. Ich bekam eine inkl. Verkaufsort genannt und so konnte ich dies gleich mit erledigen.

Der Ölwechsel des Verteilergetriebes ging recht zügig, das gebrauchte Öl jedoch konnte ich erst 1000km später entsorgen.


Nr. 5, Wasserversorgung, 08.07.22

Eigentlich ist es keine Panne, jedoch bedarf es einer längeren Reparatur.

Unsere Wasserversorgung, ich hatte sie im Oktober 2021 installiert und aufgrund unserer Nordtour seit dem nicht befüllt. Hier in Kanada angekommen, während der ersten heissen Tage voller Vorfreude auf die anstehende Dusche befüllt und …. nichts! Kein Wasser in den Tank aber dafür Wasser im Innenraum.

Was war passiert? Ab unters Auto und die Schläuche prüfen und siehe da, bei der Montage die Schläuche zur Befüllung und Entnahme vertauscht. Das ist schnell korrigiert und sie da die Befüllung funktioniert. kurz getestet und festgestellt das einige Schlauchverbindungen lecken… Schnell im den nächsten Canadian Tire neue Schlauchschellen besorgt, montiert und siehe das alles Dicht.

Seitdem haben wir fliessend Wasser im Fahrzeug, unsere Aussendusche funktioniert nun endlich auch und wir können so nun bis zu 4 Tage autark stehen und während dessen 1-2 mal Duschen.


Nr. 6, Arbeitsplatte, 16.07.22

Was freue ich mich über Sarah`s selbst gebackene Brote und Cookies. Am 16.07. Dauerte das Backen ein wenig länger und wir mussten feststellen, das eine leicht zu pflegende Acrylglass Arbeitsplatte bei langer Temperatureinwirkung ihre Form verläßt.

Die Arbeitsplatte löste sich unter dem Brenner von der darunter liegenden Trägerplatte, wordurch wir jetzt in der Mitte eine Beule haben und nichts als der Brenner noch gerade und Sicher auf der Platte steht :-).

Aufgrund der Wasser- und Strominstallation habe ich die alte Arbeitsplatte nur gekürzt und teilweise durch eine Sperrholzplatte ersetzt. Im Bereich des Waschbeckens bleibt die alte Oberfläche erhalten.


Nr. 7, Gerissener Spanngurt, 10.08.22

Nach ca. 19.000km ist einer der beiden Spanngurte einer der Dachboxen gerissen. Das hätte auf dem Alkan auch ins Auge gehen können, glücklicherweise hielt der verbleibende Spanngut die Kiste an Ort und Stelle. Aufgefallen ist es durch eine unbekannte Geräuschkulisse.


Nr. 8, Dichtungen Differential und Verteilergetriebe, 20.08.22

Bei einer Routineprüfung musste ich feststellen das das Vordere Differential und das Verteilergetriebe feucht sind. Bei genauerer Betrachtung ist die Öldichtung zur Antriebswelle undicht und dies auf beiden Seiten. Leider konnte nur die Dichtung und der Flansch am vorderen Differential getauscht werden, die Dichtung am Verteilergetriebe wurde geprüft und für gut befunden, jedoch ist der Flansch eingelaufen, so entweicht etwas öl zwischen Dichtung und Flansch. Da wir beim Reparieren des Verteilergetriebes den Flansch nicht wechseln konnten, er aber noch i.O. aussah ist dies nun die Quittung. Nach Rücksprache mit der Werkstatt ist es aber nicht so wild und wir werden es bei dem nächsten geplanten Werkstattaufenthalt mit erledigen. Im Zuge der Reparatur ließ ich gleich einen Ölwechsel durchführen, dieser war nach nun 23.000km fällig und ich wollte ihn nicht auf der Strasse durchführen.


Nr. 9, Normale Wartung, 24.08.22

Im Rahmen der normalen Wartung Wechsel ich die Öle der Differentiale, prüfe alle anderen Flüssigkeitsstände und Qualitäten, sowie die Bremsen, die Schmierung der Lager / Steckachsen / Swivelball, Sichtptrüfe den Motorraum und alle Bushes sowie das Fahrwerk.

Im Innenraum ziehe ich die eine oder andere Schraube nach.


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Nr. 10, Wartungsarbeiten

Ölwechsel, Dichtung und Flansch Kardanwelle an Hinterem Diff. (197000km)

Kardanwellen abgeschmiert (205900km)

Ölwechsel, Dichtung und Flansch Kardanwelle am VTG, Luftfilter und Dieselfilter gewechselt (Ölfilter  nicht) (206100km)

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Wechsel der Bremsbeläge an der HA, Ölwechsel am Diff der HA, Antriebswellen und Kreuzgelenke gefettet, sichtkontrolle Unterboden, Mechanik und Bremsen VA (208520km)

Wechsel der Bremsbeläge an der VA, Ölwechsel Motor und Diff der VA, Antriebswellen und Kreuzgelenke gefettet, sichtkontrolle Unterboden, Swivelballs geprüft, KGZ gewechselt, Flüssigkeitsstände kontrolliert (214340km – Oaxaca)


Nr. 11, Besteckkasten, 15.10.2022

Bisher hatten wir unser Besteck in einer kleinen Kunststoffbox. In dieser Box jedoch verschwanden ständig Dinge und große Gegenstände passten sowieso nicht hinein.

Um diese Situation zu verbessern haben wir einen großen und einen kleinen Besteckkasten gebaut. Beide Kästen werden übereinander gestapelt und passen perfekt in unseren Besteckschrank. Der Kleinkram liegt jetzt oben und der große Kram unten in dem größeren Kasten. 

Das Material kauften wir in einem Home Depot, der Zuschnitt erfolgte mit dem Dremel im Joshua Tree NP.

Der kleine Kasten besteht aus einer Grundplatte auf die, die Abteile genagelt und geklebt wurden. Für den großen Kasten wurden 2 Abteile direkt in den Schrank geklemmt, diese sind etwas etwas höher und erlauben es den kleinen Kasten auf ihnen abzustellen.


Nr. 12, Kupplungsgeberzylinder, 27.12.2022

Seit Juni tropfte unser Kupplungsgeberzylinder (KGZ) immer mal wieder ganz leicht und heilte sich anschliessend selbst. Mitte Dezember war es dann soweit, er tropfte wieder und auch etwas mehr als sonst, auch hörte es nach ein oder zwei Tagen nicht wieder auf. Somit war klar, um in Südamerika keine bösen Überraschungen zu erleben muss er nun gewechselt werden! Dank Thomas Albrecht von FWD Ebner hatte ich einen Ersatz KGZ an Board.

Der Wechsel ist im Handbuch ausführlich beschrieben und gleicht einem Gemetzel im Motorraum. Mit ein wenig Geduld, Fingerspitzengefühl und 2 eingekürzten und bearbeiteten 13er Ring und Maulschlüssel ist der Wechsel des KGZ jedoch auch ohne eine weitere Demontage im Motorraum möglich.

Leeres KGZ Gehäuse

Als erstes entfernt ihr den Deckel und die Kabel über dem Kupplungsgebergehäuse um dann im Fahrerfussraum der Teppich so zu lösen dass, das Kupplungs- und Bremspedal frei liegen. Dann müsst ihr das Kupplungspedal dauerhaft drücken, das geht am besten mit einem Holz welches ihr zwischen die Fahrersitzbox und das Pedal klemmt. Danach könnt ihr den gekürzten Ringschlüssel seitlich durch die Kupplungsgeberbox durchführen und die untere Schraube kontern um sie durch den Pedalschacht von unten mit einem 10er Ringschlüssel zu lösen (ist die komplizierteste Aufgabe). Danach löst ihr die Konterschraube des KGZ (13er Schlüssel), die Hydraulikleitung (16er und 19er Schlüssel) und als letztes die obere Schraube des KGZ. Nun sind alle Schrauben gelöst und ihr könnt den KGZ unter einer leichten Drehung nach rechts oder links aus dem Gehäuse ziehen.

Neuer und Alter KGZ mit den Kontermuttern

Merkt euch die Position der zwei Kontermuttern und übertragt sie auf den neuen Zylinder, diese sind für die richtige Einstellung der Kupplung verantwortlich. Ihr seht die beiden Muttern links im Bild an dem neuen dunklen Zylinder, ich habe die Position best möglich übertragen.

Nach dieser Aktion ist der Einbau recht einfach. Bevor ihr aber anfangt beträufelt die Dichtung des KGZ mit ein wenig Bremsflüssigkeit um sie ein wenig zu schmieren. Als erstes führt ihr wieder den KGZ in das Gehäuse ein, montiert die Konterschraube des KGZ, dann die untere Schraube (nicht ganz fest), die obere Schraube ganz fest, die Hydraulikleitung und als letztes zieht ihr die untere schraube fest.

Damit habt ihr den Physikalischen Wechsel des KGZ vollzogen.

Nun geht es darum ihn neu mit Bremsflüssigkeit DOT4 für euren TD4 zu befüllen, ihn zu entlüften und das Kupplungspedal richtig einzustellen.

Neuer KGZ eingebaut

Als erstes füllt ihr den Zylinder bis ca. 0,5cm unter die Oberkante voll und pumpt bis sich druck aufbaut, geschieht dies nicht, so habt ihr Luft im System. Um das System nun zu entlüften braucht ihr eine weitere Person die das Kupplungspedal betätigt währen ihr unter dem Fahrzeug an der Beifahrerseite oberhalb der Getriebeglocke das Entlüftungsventil öffnet und schliesst. Damit es nicht so rumsaut, steckt einen schlauch auf den Entlüftungsnippel und fangt die Bremsflüssigkeit in einem Behälter auf.

Nun lasst euren Partner 3-5x pumpen oder bis sich Druck aufbaut, im Anschluss öffnet ihr das Ventil. Dies führt ihr so lange durch bis keine Luft mehr entweicht und das Pedal nach 3-5x hart wird. Es kann sein das ihr das später noch mal wiederholen müsst, dann befand sich doch noch Luft im System. Nachdem das System entlüftet ist, stellt ihr den Abstand der Unterkante des Pedals vom Fussboden (ohne Teppich) auf 140mm ein. Sobald ihr dies geschafft habt, könnt ihr den Teppich wieder in seine Position bringen und seid fertig für eine erste Probefahrt.